Wer Weiterleiten! schreit wird nicht weitergeleitet

Unser Sohn hat seit Weihnachten ein Smartphone. Ich kann jetzt sagen, die Inkubationszeit bis zur ersten WhatsApp-Gruppe mit Freunden liegt bei knapp vier Wochen. Und dann noch ein paar Tage, bis er beim Abendessen erzählt, dass dieser Coronavirus ja total gefährlich sei. Ein Kumpel habe in der Gruppe ein Video gepostet, in dem ein Mann erklärt, wie tödlich das Ding ist, dass uns Politik und Medien nicht die Wahrheit sagen und jeder das Video unbedingt sofort weiterleiten soll.

Ich habe versucht zu vermitteln, dass wenn jemand sagt, alle anderen Lügen und man müsse etwas sofort an alle weiterleiten, große Vorsicht geboten ist. Und man Letzteres schon mal auf keinen Fall tun sollte. Und dass die Zahlen von normalen Grippe-Infizierten und Grippe-Toten weltweit in keinem Verhältnis zur überschaubaren Coronavirus-“Epidemie” stehen. Nun ja, ob es gefruchtet hat? Aber für mich ein weiterer Beleg dafür, dass wir in den Schulen Digitalkompetenz vermitteln müssen. Smartphones, WhatsApp-Gruppen, viral gehende Videos - das ist die Realität unserer heutigen Welt. Und auf die soll Schule doch eigentlich vorbereiten. Zu hoffen, dass dieses neumodische Zeug die Eltern schon irgendwie hinbekommen, erscheint mir nicht nur dumm, sondern auch gefährlich. Übrigens: Wer nicht mehr zur Schule geht und da noch Nachholbedarf sieht - vielleicht ist der erste bundesweite Digitaltag am 19. Juni 2020 eine Gelegenheit, sich mit digitalen Möglichkeiten zu beschäftigen.

Und wer noch ein bisschen mehr über das Coronavirus erfahren will und wie digitale Technologien damit zusammenhängen - der kann das in dieser Ausgabe meines kleinen Newsletters nachlesen.

Dieser Text ist als Einleitung zur Ausgabe #81 meines wöchentlichen Newsletters “Undisruptable Technology” erschienen, den man kostenlos hier abonnieren kann.

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#Digitalisierung #Coronavirus #Schule #Digitaltag
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