Der Westernheld auf meiner Festplatte

Ich bin ja ein großer Anhänger der These, dass jeder Programmieren können sollte. Weil man so besser die Welt um einen herum verstehen kann (die von Algorithmen geprägt ist) und weil man sich selbst ganz oft ganz viel Arbeit abnehmen kann. Indem man mal schnell ein kleines Programm schreibt, das ein Problem viel besser und effizienter löst als Handarbeit oder irgendwelche fertigen Programme von der Stange. Dabei bin ich ein großer Fan von Python. Eine wunderbar simple Programmiersprache, mit der man rasch mal was hinschludern kann, was einfach funktioniert, oder mit der man auch wirklich schön und elegant am Code feilen kann. Dann hat man ein paar handliche Skripte, die eine unglaublich tolle Datenbank füttern - und dann? Wie kann man sich diese Daten in der Datenbank am besten anschauen, wie kann man etwas damit machen? Früher wäre die Antwort klar gewesen. Man braucht eine Bedieneroberfläche, also ein Programm, das auf dem eigenen Rechner läuft und einem die Daten anzeigt. Früher. Heute ist ja alles Web. Und was liegt näher, die ganze Datenausgabe und Datenverwertung in eine Weboberfläche zu verlagern? Eben. Nix. Deshalb wohnt seit diesem Wochenende ein echter Westernheld auf meiner Festplatte.

Ich habe mir Django installiert. Das Tolle daran: Innerhalb von nicht mal 30 Minuten hatte ich meine erste kleine Webanwendung geschrieben. Zugegeben, noch längst nicht die Oberfläche, die mal über meinen eigenen Daten liegen soll, aber klar ist: So einfach kann es sein, nicht einfach nur eine Website zu erstellen, sondern eine echte Webanwendung. Wer sich selbst mit ein bisschen Python-Grundkenntnissen Django beibringen will, dem lege ich das Buch “Hellowebapp” ans Herz. Ich habe mir für ein bisschen mehr als 13 Euro die Ebook-Version gekauft. Sicher, es gibt viele Tutorien im Netz, aber keines davon hat mir den einfachen Start so schmackhaft gemacht wie dieses Buch. Es erläutert sicher bei Weitem nicht alle Möglichkeiten, alle Variationen, sondern es führt Schritt für Schritt zu einer eigenen Webapp, die einen vorher klar definierten Funktionsumfang hat. Und, ja, mir gefällt Django. Und, ja, der Kerl geht mir auch schon auf die Nerven. Weil zum Beispiel das Weiterbenutzen einer bereits bestehenden Datenbank nicht so simpel ist, wie es sein sollte. Hätte ich nicht so viel Respekt vor dem Westernheld hätte ich ihn vielleicht auch in den vergangenen zwei Tagen aus Frust schon mal kurz abgeknallt. Aber Frust, hey, das gehört zum Programmieren dazu. Das ist ja das Schöne an der Sache. Auf Probleme stoßen, daran (fast) Verzweifeln und sie schließlich lösen. Oder für alle die, die sich das nicht vorstellen können: Wie ein Sudoku fertigstellen - nur viel besser.

Tags
#Django #Programmieren #Python
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