Lernt Python statt Latein!

Smartphones gehören für Kinder zum Alltag. Mehr als 80 Prozent von ihnen nutzen die Geräte. Damit unterscheiden sie sich wenig von den Erwachsenen. Und 9 von 10 Schülern bringen ihr Handy auch mit in die Schule, unter anderem zum Musik hören, um Tafelbilder abzufotografieren und (jeder zehnte) auch zum Spicken.

Nicht nur in in der Schule stoßen da Welten aufeinander, die Kids mit Hightech und doch noch viele Lehrer, die damit eher wenig anfangen können. Die ehrwürdige FAZ findet das alles auch ein wenig befremdlich, so befremdlich wie andere Menschen die ironiefreie Verwendung des Wortes “Schulhaus”.

Aber das alles ist nur die Spitze des Eisberges. Die Ausstattung der Schulen mit IT ist hierzulande erbärmlich. Ja, es gibt fast überall PCs, aber bei modernen Digitalgeräten wie Tablet oder E-Book-Reader sieht es tieftraurig aus. Und genutzt werden selbst die Geräte, die vorhanden sind, so viel seltener als die Fotokopie. Das haben zwei umfangreiche repräsentative Schüler- und Lehrerbefragungen ergeben, die ich beim BITKOM mit konzipiert habe, und die heute als zusammengefasster Studienbericht veröffentlicht wurden [Download kostenlos].

Kinder, lernt das lesen Kinder, lernt das lesen

Was kann man daraus lernen? Das Schüler im Jahr 2015 in der Schule lieber eine Programmiersprache wie Java oder PHP lernen sollten anstatt Latein. Das sagt BITKOM-Vizepräsident und Arvato-Chef Achim Berg. Und damit spricht er mir aus dem Herzen - auch wenn ich persönlich für Python plädieren würde. Ich wünsche mir, dass meine Kinder in ihrer Schulkarriere in einem Pflichtfach Informatik eine solche Sprache des Digitalzeitalters vermittelt bekommen. Und bitte nicht adäquat zur PC-Ausstattung mancher Schulen Turbo Pascal. Wobei das immer noch besser wäre als nix.

Tags
#Bildung #Informatik #Programmieren #Python #Schule
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