Wer schützt die Taxis vor der Innovation?

Es gibt Worte, die klingen einfach schon so wunderbar deutsch und analog. Zum Beispiel “Personenbeförderungsgesetz” und “Rückkehrpflicht”. Die regelt, dass Autos, die über Fahrdienste wie Uber oder Free Now gebucht werden, nach jeder Fahrt leer zum Betriebssitz zurückfahren müssen, wenn sie keinen direkten Folgeauftrag haben oder auf der Rückfahrt bekommen. Sie dürfen also nicht einfach an der nächsten Kreuzung warten, bis eine Anfrage reinkommt, das ist den Taxis vorbehalten. Und so hat auch das Taxigewerbe das Alleinstellungsmerkmal, die Rückkehrpflicht super zu finden und beibehalten zu wollen.

Angriff ist die beste Verteidigung

Wie buchstabiert man Zukunftsfähigkeit? Gestern wurde eine aktuelle Studie des Bitkom veröffentlicht, nach der wir in Deutschland aktuell 124.000 offene Stellen für IT-Experten haben. Vor allem Software-Entwickler werden händeringend gesucht. Nur mal so zur Einordnung: Vor zwei Jahren waren es mit 55.000 unbesetzten Stellen noch deutlich weniger als halb so viele. Jetzt wäre das schon absonderlich genug, wie man in eine solche Situation mit Ansage rauschen kann. Denn es fehlte ja nicht an Mahnungen und Warnungen, an Forderungen nach mehr Zuwanderung von IT-Spezialisten, mehr Informatik-Studierenden und einem Pflichtfach Informatik in der Schule.

Die Mobilfunkausbauverhinderer

Es gibt so ein paar allgemein bekannte Weisheiten, die kann man überall anbringen und wird wohl nur Kopfnicken ernten. Die Deutschen sind pünktlich. In Deutschland gibt es zum Mittagessen Bratwurst und Sauerkraut. Und wenn man nach Deutschland kommt, bricht der Mobilfunkempfang ab. Für Letzteres kann jeder ein Beispiel aus seiner Lebenswelt beisteuern: Kein Handyempfang auf der Bahnstrecke nach Hannover! Schon mal zwischen Wannsee und Griebnitzsee versucht, im Internet zu surfen? In den Alpen auf österreichischer Seite TV-Streaming im Auto, hinter der Grenzkontrolle nur noch Edge.

Das Land der Technologie-Schiedsrichter

Endlich mal richtig Tempo in Deutschland in Zusammenhang mit dieser Digitalisierung. Der Aufbau eines “KI-Observatoriums” im Bundesarbeitsministerium geht viel schneller als gedacht und das Ding soll noch in diesem Jahr an den Start gehen. Schade nur, dass es nicht darum geht, KI-Entwicklung voranzubringen und damit auch aktiv unsere Werte und Moralvorstellungen in Technologie zu gießen. Es geht mal wieder vor allem darum, mit Künstlicher Intelligenz eine neue Technologie argwöhnisch zu beobachten und einzugreifen, wo man sie als schädlich empfindet, etwa wenn Jobs bedroht sind.

Alles wird digital - nur die Schule nicht. Wie dumm.

Ich weiß gar nicht, seit wie vielen Jahren wir darüber diskutieren, dass wir diese Digitalisierung irgendwie in unsere Schulen bekommen müssen. Ja aber, Geräte hinstellen bringt ja nichts! Wieso brauchen wir überhaupt Digitales in der Schule, wichtiger sind doch die ganz analogen Fähigkeiten! Wir fahren alle Auto, aber keiner kann eines bauen - wofür muss dann jeder Programmieren lernen?! Alles richtig - und doch so falsch. Ohne Geräte und Internetverbindung geht leider gar nichts.

Buchen Sie noch heute einen Termin beim Algorithmen-Tüv

Es gibt so Wochen, da weiß man einfach nicht so richtig was man sagen soll, wie das mit dieser Digitalisierung in Deutschland läuft. Da hab ich mir auf der Smart Country Convention in Berlin endlich die Online-Funktion meines Personalausweises scharf schalten lassen. Und festgestellt, dass man dann alleine mit Smartphone und passender App tolle Dinge machen kann. Wie sich bei der Rentenversicherung einloggen, den Punktestand in Flensburg abfragen oder ein polizeiliches Führungszeugnis beantragen (inkl.

Frühling 2019: Die E-Scooter-Panik

Es herrscht Panik in Deutschland. In den kommenden Wochen drohen deutsche Städte überflutet zu werden - und schuld ist (zumindest nicht direkt) der Klimawandel. Es droht eine Elektro-Roller-Flut. Denn über die Zulassung von Elektro-Rollern, sogenannten E-Scootern, in Deutschland soll am 17. Mai der Bundesrat entscheiden. Und wie hierzulande nicht anders zu erwarten sind die Diskussionen darüber geradezu apokalyptisch, die Zukunft düster. Selbst digitalaffine Menschen erklären mir, dass die Innenstädte durch E-Scooter verstopfen, sie in Wahrheit total umweltschädlich seien wegen der Akkus, lebensgefährlich wegen der Fahrphysik(!

Sonne statt Öl

Der Slogan “Daten sind das neue Öl” ist jetzt offiziell abgelöst. Ruth Porat ist Chief Financial Officer bei Google und hat in Davos formuliert: “Data is more like sunlight than oil. It is like sunshine — we keep using it, and it keeps regenerating.” Sonne statt Öl - wer will da widersprechen?

#10YearChallenge

Und, schon bei der #10YearChallenge mitgemacht? Läuft auf vielen sozialen Netzwerken und hat zum Inhalt, dass man zwei Fotos von sich nebeneinander postet. Eins von heute, eins von vor zehn Jahren. Früher: Ende der Geschichte, keine Pointe. Heute: Es entbrennt eine Debatte, ob dieses Meme nicht vielleicht ein ideales Vehikel ist, um Gesichtserkennungs-Algorithmen zu trainieren. Das klingt nicht unplausibel, auf der anderen Seite spricht wohl auch einiges dagegen. Allerdings: Wer zum Beispiel die Gesichtserkennungs-Funktion von Google Photos nutzt, der wird sagen müssen: Schon heute hat die Software kein Problem damit, einen Menschen im Zeitraum von fast 20 Jahren exakt zu identifizieren.

Achtung, (keine) Baustelle!

Ich bin in diesem Sommer viel Auto gefahren. Unter anderem einmal quer durch Deutschland. Da bekommt man noch einmal schön vergegenwärtigt, wie hierzulande Baustellen funktionieren: Erstmal wird ein möglichst langes Stück abgesperrt und der Verkehr auf schmaler aufgezeichnete Spuren umgeleitet. Irgendwo nach einer unendlichen Weite wird der ganze Kram auf die andere Seite umgeleitet und die andere Fahrspur abgesperrt. Und so bleibt das dann ein paar Monate. Oder länger. Irgendwo auf der Weite dieser Absperrungen stehen dann diverse Baumaschinen, meist hübsch geordnet, herum.
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